Museum Oberes Donautal

Seit dem Jahr 2012 bildet das Museum im Vorderen Schloss in Mühlheim zusammen mit dem Museum im Ifflinger Schloss in Fridingen das Museum Oberes Donautal. Beide Häuser zeigen neben einer Dauerausstellung auch jährlich mehrere Sonderausstellungen.

Die Dauerausstellung im Museum im Vorderen Schloss beinhaltet vier Abteilungen:

Stadt- und Herrschaftsgeschichte

Mühlheim wurde vor 1241 von den Grafen von Zollern zur Stadt erhoben und gehörte seit 1409 den Freiherren von Enzberg. Diese ritterschaftliche Familie prägte die Geschichte der Stadt bis 1806. Das Verhältnis von Stadt und Herrschaft war durch die Stadtordnung von 1511 geregelt, blieb aber bis zuletzt gespannt. Die vom Handwerk geprägte Ackerbürgerstadt hatte im Dreißigjährigen Krieg schwer zu leiden und zählte beim Übergang an Württemberg 1805 nur 600 Einwohner. Die Industrialisierung des 19. Jahrhunderts verschaffte dem Ort einen Ausweg aus der traditionellen Armut.

Kirchengeschichte und Volksfrömmigkeit

Eine Abteilung dokumentiert die Kirchengeschichte und das religiöse Leben in Mühlheim seit dem Hochmittelalter. Ausgestellt sind liturgische Geräte, wertvolle Plastiken und Gemälde. Die kirchliche Ordnung der katholischen Herrschaft bestimmte das städtische Leben bis ins private Leben. Heiligenverehrung, Prozessionen und Wallfahrten prägten die barocke Volksfrömmigkeit.

Wallfahrtskirche Welschenberg

Unmittelbar nach dem Dreißigjährigen Krieg 1649 begann die Marienwallfahrt auf den Welschenberg zwischen Mühlheim und Fridingen. Die vom Haus Enzberg geförderte Wallfahrt erreichte im 18. Jahrhundert mit Besuchern aus Oberschwaben und dem Elsass ihren Höhepunkt. Die Napoleonischen Kriege bereiteten der Wallfahrt ein Ende, die letzte Messe fand im Jahr 1812 statt.

Der Maler Josef Alfons Wirth

Der Mühlheimer Bürgersohn Josef Alfons Wirth (1887-1916) erhielt seine künstlerische Ausbildung in Stuttgart bei Christian Landenberger. Zunächst in der Tradition des französischen Impressionismus stehend, folgte er ab 1912 seinem Freund Otto Meyer-Amden in den Mystizismus und experimentierte unter dem Einfluss Oskar Schlemmers mit dem Kubismus. Der frühe Tod Wirths an der Westfront 1916 beendete eine hoffnungsvolle Karriere.

Ausstellungen des Mühlheimer Heimatvereins im Dachgeschoss sowie eine 2017 eröffnete Sammlung von Mineralien und Fossilien im Keller runden das museale Angebot ab.


Auch das Partnermuseum im Ifflinger Schloss in Fridingen gliedert sich in verschiedene thematische Unterabteilungen. Die Ursprünge des Fridinger Stadtschlosses reichen zurück ins frühe 14. Jahrhundert. Der Name „Ifflinger Schloss“ erinnert an seine letzten adligen Bewohner, die Freiherren von Ifflinger-Granegg, die das österreichische Lehen von 1537 bis 1793 besaßen. Historisches Ambiente bewahrt haben die ehemalige Schlosskapelle, die Hohenbergstube und eine Täferstube des 16. Jahrhunderts, die den Vögten der Grafschaft Oberhohenberg als Amtsstuben dienten. 

Burgen im Oberen Donautal

Rund vierzig Burgen standen einst im Oberen Donautal zwischen Tuttlingen und Sigmaringen auf engstem Raum, darunter auch malerische Felsennester oder schwer zugängliche Höhlenburgen. In der Schlosskapelle wird diese deutschlandweit einmalige Burgenlandschaft dargestellt und anhand von originalen Fundstücken oder Gedichten mittelalterlicher Minnesänger wie Hugo von Werenwag auf ihre kulturgeschichtliche Bedeutung aufmerksam gemacht.

Donautalgalerie

Seit den 1830er Jahren wurde das obere Donautal zunehmend von Künstlern und Literaten entdeckt. Vor allem im 19. Jahrhundert entstanden zahlreiche Grafiken und Veduten der romantischen Felsenlandschaft und ihrer malerischen Burgen und Schlösser. Mit der Donautal-Galerie besitzt das Museum die wohl größte Sammlung an historischen Abbildungen und Kunstwerken aus dem Donautal. Besonderen Rang nehmen dabei die beiden Fridinger Maler Alfons Epple (1899-1948) und Hans Bucher (1929-2002) ein.

Archäologie

Das Donautal ist überaus reich an archäologischen Fundplätzen. Mehrere davon wie etwa die Jägerhaushöhle bei Fridingen sind sogar von europäischer Bedeutung. Eine reichhaltige archäologische Sammlung macht vertraut mit den Jägern aus der Mittelsteinzeit (Mesolithikum 8000-3000 v.Chr.) oder den frühen alamannischen Siedlern (6./7. Jht.). Das alamannische Gräberfeld in der Flur „Spital“ bei Fridingen konnte 1971 vollständig untersucht werden und erwies sich als archäologische Sensation.

Fasnet

Glanzstücke der volkskundlichen Sammlung sind die historischen Fridinger Narrenkleider aus dem 19. Jahrhundert sowie die bis ins 18. Jahrhundert zurückreichenden Fastnachtslarven. Die Fridinger Fastnacht ist berühmt im gesamten Südwesten.

Ausstellungsstücke Museum Mühlheim

Mühlheim

Schlossstr. 1, 78570 Mühlheim/Donau,

Tel. 07463/994016, FAX 07463/994020

silvia.schaible@muehlheim-donau.de

Fridingen

Schlossgasse 20, 78567 Fridingen a.D.,

Tel. 07463/837-18, FAX 07463/83750,

heim@fridingen.de

Geöffnet: sonntags von 14.00 bis 17.00 Uhr und nach Vereinbarung
Email: museum@muehlheim-donau.de