Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

kein Ereignis hat uns in den letzten Jahren und Jahrzehnten so tief erschüttert wie die Corona-Pandemie. Diese Pandemie ist eine Zensur in unserer persönlichen Biografie und ein Ereignis historischer Dimension in unserem Land und weltweit. Die sozialen, gesellschaftlichen und ökonomischen Folgewirkungen der Pandemie werden immens sein und uns über Jahre fordern.

Trotz der derzeit sehr ernsten Lage, geben die Fortschritte bei der Impfstoffentwicklung und Impfstoffzulassung die Hoffnung, dass unser Land im nächsten Jahr schrittweise die Pandemie überwinden kann und sich auch wirtschaftlich erholt. Diese Fortschritte in der medizinischen Forschung geben uns allen die Hoffnung, dass die Pandemie nicht dauerhaft unseren Alltag beherrschen wird. Ein konkretes Zeichen der Hoffnung ist beispielsweise das Mitte Januar seinen Betrieb aufnehmende Kreisimpfzentrum in der Kreissporthalle in Tuttlingen. Erfreulich viele Menschen aus unserer Stadt werden sich dort als Helferinnen und Helfer für die gute Sache engagieren. Eine wahre Welle der Hilfsbereitschaft hat uns erreicht. Diese steht symbolisch für viele Mitbürgerinnen und Mitbürger, welche im vergangenen Jahr starke Zeichen der Solidarität gegeben haben. Beispielhaft nennen wir die vorbildliche Einkaufsaktion unserer jungen Handballer und Fußballer zugunsten der Lebensälteren in unserer Stadt. Rücksicht und Solidarität der überwältigenden Mehrheit der Menschen in unserer Stadt und unserem Land zeigen, dass unsere Gesellschaft zusammenhält, auch wenn die Zeiten rauer sind.

Wir dürfen es nicht zulassen, dass im Corona-Kontext zu oft den Falschen die Schlagzeilen gehören. Diejenigen, die die Zahlen, nach denen sich das Krisenmanagement richtet, für Hokuspokus halten. Diejenigen, die keine Dankbarkeit dafür verspüren können, dass Deutschland wirtschaftlich bisher so glimpflich durch die Krise kommt. Diejenigen, die glauben, alles sei ohnehin eine große Verschwörung. Lassen wir uns von dieser sehr lauten, aber kleinen Minderheit nicht vom richtigen Weg der wissenschaftsbasierten und faktenorientierten Krisenbewältigung abbringen.

In diesem Jahr ist die Advents – und Weihnachtszeit anders als die letzten Jahre. Manches wird uns in diesem Jahr fehlen wie zum Beispiel Adventskonzerte oder anregende Begegnungen mit Freunden. Dafür bietet uns die aktuelle Ausnahmesituation die Möglichkeit die adventliche Zeit selbstbestimmter zu gestalten – ohne zahllose Verabredungen an Glühweinständen oder eine Flut an Weihnachtsfeiern. Der Advent ist traditionell eine Zeit der Besinnlichkeit und Innenschau. Es wäre schön, wenn unsere Gesellschaft lernen könnte, dass nicht alles immer weiter, schneller, höher sein muss, sondern, dass es vor allem darauf ankommt gesund und mit anderen in Kontakt zu sein.

Sicherlich und hoffentlich wird das Fest besinnlicher als in den Jahren zuvor. Gesundheit wird das größte Geschenk sein und Freundschaft und Familie werden mehr geschätzt als teure Geschenke. Gewohnte Treffen und Besuche über die Feiertage sind nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich. Gerade in Bezug auf gesundheitlich vorbelastete Verwandte und auf unsere Großelterngeneration müssen wir bei aller Verbundenheit in besonderer Weise verantwortlich handeln. Unser Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat dies so formuliert: „Darauf zu verzichten, das fällt uns allen schwer, auch mir.“ Jedoch könne nur dieser Verzicht verhindern, „dass wir dauerhaft verlieren, was wir lieben. Auch wenn wir Abstand zueinander halten, können wir uns nahe sein „.

Denken wir in diesen Tagen besonders an unsere Mitmenschen, welche in besonderer Weise unter der Pandemie leiden. Ihnen verbunden zu sein und zu bleiben ist praktizierte Nächstenliebe und Solidarität. Wir wünschen Ihnen ein friedvolles und gesegnetes Weihnachtsfest. Kommen Sie gesund und wohlbehalten in das nächste Jahr. Bleiben wir zuversichtlich, solidarisch und rücksichtsvoll.

Ihre

Jörg Kaltenbach                                                                                          Emil Buschle

Bürgermeister                                                                                              Ortsvorsteher