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Platzgestaltungsmaßnahme Am Kesselbach
Im März 2000 hat das Ministerium Ländlicher Raum
mitgeteilt, dass das Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum für das Programmjahr 2000 auch die geplanten Projekte "Am Kesselbach" und "Schlüsselplatz" im Ortsteil Stetten in das Förderprogramm einbezogen hat. Den Investitionskosten in Höhe von ca. 300.000 € standen Zuwendungsmittel in Höhe von ca. 77.000 € entgegen. Während die Gestaltungsmaßnahme Schlüsselplatz termingerecht fertig gestellt werden konnte, stellten sich Am Kesselbach zeitliche Verzögerungen u.a. durch Hochwasser ein. Achim Ketterer, Landschaftsarchitekt aus Wurmlingen, hat, nachdem das ehemalige Schlachthaus nicht mehr erhalten werden konnte, eine Radstation als Ersatzbau geplant. Der Kesselbach als Gewässer II. Ordnung wurde durch Uferverbau mit Quadersteinen erlebbar gemacht. Im Zuge dieser Gestaltungsmaßnahme wurde auch festgestellt, dass die Widerlager der alten Betonbrücke unterspült werden. Die Brücke, über die auch der Donautalradweg führt, wurde abgebrochen, stattdessen eine Stahl/Holz-Montagebrücke System Rötterink erstellt. Die Kosten für das Brückebauwerk mit ca. 45.000 € musste die Stadt alleine tragen. Erst im Juni 2003 konnte so die Gestaltungsmaßnahme endgültig fertig gestellt werden. Am 15. Juni 2003 konnte die Fahrrad- und Wanderstation, die Kesselbachbrücke, der Parkplatz, der Festplatz mit neuer Ufer- und Bachrenaturierung, die insgesamt eine wesentliche Aufwertung dieses Bereichs der Stadt darstellen unter dem Motto - der Kesselbach und das Drumherum am Eingang von Stetten beginnen neu zu leben - der Öffentlichkeit übergeben werden.

Um das öffentliche Bewusstsein für die Baukultur im Alltag zu schärfen, hat die Architektenkammer Baden-Württemberg im Landkreis Tuttlingen unter der Schirmherrschaft des Landrats Guido Wolf das Auszeichnungsverfahren - Beispielhaftes Bauen - ausgelobt. Zu den Objekten, die ausgezeichnet wurden, gehört auch die Fahrrad- und Wanderstation am Kesselbach.
Die Einfachheit und Angemessenheit der Konstruktion für einen Unterstand und Rastplatz sind verblüffend. Der gelungene Umgang mit den Materialien Stahl, Glas und Holz führt zu einer Transparenz und Schlichtheit, die dem Zweck gerecht wird und eine angenehme Aufenthaltsqualität verspricht. Die Gestaltung dieser Aufgabe ist weit überdurchschnittlich und für ein so kleines Thema wirklich beispielhaft.
In markanter Lage am südlichen Ortseingang direkt am Donauradweg sollte ein Rastplatz für Radfahrer und Touristen geschaffen werden. Das ursprünglich vorhandene Schlachthaus wurde abgerissen. Gute Nutzbarkeit bedeutet Abdeckung der Grundbedürfnisse des Radfahrers. Ein Trinkwasserbrunnen lädt als Willkommensgeste zum Verweilen und Erfrischen ein. Im Anschluss befindet sich ein Schaukasten mit Informationsmöglichkeiten zur örtlichen Infrastruktur. Eine einfache Bank-Tischkombination kann für die Vesperpause in Anspruch genommen werden. Für einen etwas längeren Aufenthalt sind Fahrradbügel zum Abschließen des Rades vorhanden. Ein Glasdach mit Sonnenschutzlamellen dient als Wetterschutz bei plötzlichem Gewitterregen. Natürlich kann auch der angrenzende Bach für ein erfrischendes Fußbad genutzt werden. Die transparente Bauweise öffnet dem angrenzenden Grundstücksnutzer den bisher verbauten Blick ins Donautal und zum Kesselbach. Die moderne, transparente Stahl-Glaskonstruktion spiegelt die Modernität der Gemeinde und Region wieder.
(Auszug Beispielhaftes Bauen, Landkreis Tuttlingen 1993 bis 2003, Achitektenkammer Baden-Württemberg, Danneckerstraße 54, 70182 Stuttgart)